Tryptophan und alles ist gut?

19. Juni 2025

"Happy Brainfood" braucht mehr als nur einen Extra-Löffel Tryptophan!

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass gesunde Ernährung zu einer guten Stimmung beiträgt. In diesem Zusammenhang wird ängstlichen, hyperaktiven oder aggressiven Hunden immer wieder eine Futterergänzung mit Tryptophan empfohlen. Inzwischen ist der Markt mit Nahrungsergänzungsmitteln, die Tryptophan enthalten, geradezu überfüllt. Auch Fertigfutterhersteller sind auf diesen Zug aufgesprungen.


Doch was ist Tryptophan eigentlich und ist es wirklich so einfach, dem eigenen Hund zu glücklicher Entspannung zu verhelfen?


Tryptophan ist eine von 22 bekannten Aminosäuren. Sie sind die kleinsten Bausteine von Eiweiß und damit vor allem in Fleisch enthalten. Tryptophan gehört zu den Aminosäuren, die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, weil der Körper sie nicht selber herstellen kann. Sie ist ein Grundbaustein für das „Glückshormon“ Serotonin, dass im Gehirn ein wichtiger Gegenspieler von Stresshormonen ist und außerdem Impulsivität und Aggression hemmt. Es führt also zu einem ausgeglichenem Verhalten. Studien zeigen, dass eine hohe Konzentration von Tryptophan im Gehirn mit einer hohen Konzentration von Serotonin einhergeht.


Ängstliche Hunde oder Hunde mit stereotypen Verhaltensstörungen, die Tryptophan als Nahrungsergänzung erhielten und einen hohen Tryptophan-Anteil im Blut haben, zeigten in Studien jedoch keine Verhaltensveränderung.


Entscheidend ist nicht die Menge an Tryptophan, sondern ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren, die bei der Fütterung berücksichtigt werden müssen. Zum einen hat sich gezeigt, dass Tryptophan in einer eiweißreichen Kost in einem Konkurrenzverhältnis zu anderen Aminosäuren steht, die ebenfalls in das Gehirn transportiert werden sollen. Diese benutzen das gleiche Carriersystem durch die Bluthirnschranke. Wird eiweißreich gefüttert, sind diese Konkurrenten zeitgleich auf dem Weg zum Gehirn und behindern den Eintritt von Tryptophan durch die Bluthirnschranke.

 

Steigert man also den relativen Anteil an Tryptophan gegenüber den anderen Aminosäuren kann die Tryptophan-Konzentration im Gehirn ansteigen. Noch besser wird dieser Effekt erzeugt, wenn die Fütterung neben Eiweiß auch Kohlenhydrate enthält. Die Insulinausschüttung, ausgelöst durch die Kohlenhydrate verbessern zusätzlich den Transport von Tryptophan.


Doch Tryptophan muss, einmal im Gehirn angekommen, noch zu Serotonin umgebaut werden. Dazu benötigt der Körper auch Magnesium, Vitamin B6 und Folsäure. Bei der Fütterung muss die ausreichende Zufuhr dieser Stoffe sichergestellt werden. Hier ist zu beachten, dass Hunde, die Stresshormone freisetzen, erhöhte Mengen Magnesium verbrauchen.


Will man also über eine vermehrte Serotoninproduktion ein ausgeglicheneres Verhalten und eine bessere emotionale Stabilität fördern, gelingt dies nicht durch die isolierte Gabe von Tryptophan.


Entscheidend ist eine individuelle Betrachtung von Fütterung, Stressbelastung, Nährstoffversorgung, Verdauung und Lernerfahrungen des Hundes. Erst aus diesem Zusammenspiel ergibt sich, ob und welche Maßnahmen sinnvoll sind – und welche nicht.


Ob Tryptophan, andere Aminosäuren oder ganz andere Ansätze für Ihren Hund sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. In meiner Beratung schaue ich mir die Situation Ihres Hundes ganzheitlich an – einschließlich Fütterung, Stressprofil und Verhalten – und erarbeite darauf aufbauend sinnvolle, individuelle Schritte.

Tryptophan sinnvoll einordnen lassen Termin und Kontaktinformationen
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